Leave-in oder Hitzeschutz? Brauche ich beides – oder reicht ein Multitasking-Spray?
Du hast deine Haare gewaschen, Conditioner oder Maske ausgespült und stehst jetzt mit zwei Flaschen vor dem Spiegel.
Auf der einen steht:
Leave-in Pflege.
Auf der anderen:
Hitzeschutz.
Und jetzt?
Erst Leave-in, dann Hitzeschutz?
Nur eines davon?
Oder braucht man bei regelmäßigem Föhnen, Glätten und Lockenstyling tatsächlich beide Produkte?
Die wichtigste Antwort gleich vorweg:
Ein Leave-in und ein Hitzeschutz sind nicht automatisch dasselbe – aber ein Produkt kann beide Aufgaben übernehmen.
Deshalb ist die bessere Frage nicht:
„Brauche ich Leave-in UND Hitzeschutz?“
Sondern:
„Welche Funktionen brauche ich – und deckt mein Produkt diese Funktionen bereits ab?“
Genau dadurch kannst du deine Haarpflege deutlich einfacher machen und vermeidest, unnötig mehrere Produkte mit fast derselben Aufgabe übereinander zu verwenden.
Die schnelle Antwort: Leave-in, Hitzeschutz oder beides?
| Deine Situation | Was du brauchst |
|---|---|
| Du lässt deine Haare lufttrocknen und brauchst keine zusätzliche Pflege | möglicherweise keines von beiden |
| Du lässt lufttrocknen, aber deine Haare brauchen Pflege/Kämmbarkeit | Leave-in |
| Du föhnst und dein Leave-in besitzt ausgewiesenen passenden Hitzeschutz | ein Multitasking-Leave-in kann ausreichen |
| Du föhnst und dein Leave-in hat keinen Hitzeschutz | Leave-in nach Bedarf + geeigneter Hitzeschutz |
| Du glättest oder benutzt einen Lockenstab | Produkt verwenden, das ausdrücklich für diese Hitzeanwendung geeignet ist |
| Dein Pflegeprodukt ist gleichzeitig Leave-in und Hitzeschutz | nicht automatisch noch einen zweiten Hitzeschutz darübergeben |
| Du hast sehr feines Haar | möglichst wenig unnötige Produktschichten |
| Du hast trockenes/beanspruchtes Haar | Leave-in kann zusätzlich sinnvoll sein – trotzdem Funktionen statt Flaschen zählen |
Genau das ist die Grundidee dieses Artikels:
Nicht möglichst viele Produkte verwenden. Sondern alle benötigten Funktionen abdecken.
Was macht ein Leave-in eigentlich?
„Leave-in“ bedeutet zunächst nur:
Das Produkt bleibt im Haar und wird nicht wieder ausgespült.
Das unterscheidet es von einem klassischen Conditioner oder einer ausspülbaren Haarmaske.
Je nach Produkt kann ein Leave-in beispielsweise:
- die Kämmbarkeit unterstützen,
- das Haar geschmeidiger machen,
- trockene Längen pflegen,
- Frizz reduzieren,
- das Haar auf das Styling vorbereiten,
- zusätzliche Repair- oder Pflegefunktionen bieten.
Aber:
„Leave-in“ bedeutet nicht automatisch „Hitzeschutz“.
Das ist ein sehr wichtiger Unterschied.
Ein Leave-in kann Hitzeschutz enthalten.
Es muss aber nicht.
Wenn ein Produkt deine Haare vor Stylinghitze schützen soll, sollte diese Funktion beim konkreten Produkt entsprechend ausgewiesen sein.
Was macht ein Hitzeschutz?
Ein Hitzeschutzprodukt ist dafür entwickelt beziehungsweise ausgelobt, das Haar bei einer bestimmten thermischen Belastung zu schützen.
Das kann beispielsweise sein:
Föhnen,
Glätteisen,
Lockenstab oder eine Kombination daraus.
Dabei ist die Anwendung entscheidend.
Ein Hitzeschutz für das feuchte Haar vor dem Föhnen muss nicht automatisch dasselbe sein wie ein Produkt, das du auf trockenem Haar direkt vor einem Glätteisen verwenden sollst.
Deshalb reicht die Aufschrift:
„Heat Protection“
allein für deine Produktauswahl noch nicht aus.
Du solltest zusätzlich schauen:
Für welche Anwendung ist dieser Hitzeschutz gedacht?
Ist jedes Leave-in gleichzeitig Hitzeschutz?
Nein.
Das ist wahrscheinlich der häufigste Irrtum bei diesen beiden Produktkategorien.
Ein Produkt kann ein hervorragendes Leave-in sein und trotzdem keinen ausgewiesenen Hitzeschutz besitzen.
Dann erfüllt es seine Pflegefunktion – aber wir würden nicht einfach davon ausgehen, dass es dein Haar gleichzeitig beim Styling mit hoher Temperatur schützt.
Umgekehrt kann ein Leave-in mehrere Funktionen miteinander kombinieren.
Ein Beispiel aus unserem Shop ist das Paul Mitchell 15-in-1 Spray.
Es ist als Multitasking-Leave-in konzipiert und besitzt zusätzlich einen ausgewiesenen Hitzeschutz bis 230 °C. Genau deshalb ist es ein gutes Beispiel dafür, dass Pflege und Hitzeschutz nicht zwingend zwei verschiedene Flaschen sein müssen.
Muss ich nach einem Leave-in immer noch Hitzeschutz verwenden?
Nein.
Wenn dein Leave-in bereits ausdrücklich einen für dein Styling passenden Hitzeschutz enthält, wäre ein zweites Produkt mit derselben Aufgabe nicht automatisch notwendig.
Das ist gerade bei feinem Haar ein wichtiger Punkt.
Denn eine Routine aus:
Leave-in
→ Pflegecreme
→ Hitzeschutzspray
→ Haaröl
→ Stylingprodukt
kann für manches Haar vollkommen passend sein.
Für ein anderes – insbesondere sehr feines Haar – kann sie viel zu viel sein.
Mehr Produktschichten bedeuten nicht automatisch mehr Schutz.
Wenn eine Funktion bereits sinnvoll abgedeckt ist, brauchen wir sie nicht aus Prinzip noch einmal.
Wann brauche ich Leave-in UND Hitzeschutz?
Dann, wenn deine beiden Produkte unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
Ein Beispiel:
Deine Haare sind trocken, blondiert oder schwer kämmbar.
Du möchtest deshalb ein Leave-in für zusätzliche Pflege.
Dieses Leave-in besitzt aber keinen ausgewiesenen Hitzeschutz.
Anschließend möchtest du deine Haare föhnen.
Dann kann die Kombination sinnvoll sein:
Leave-in für Pflege + Hitzeschutz für das Styling.
Hier sind es zwei Produkte – aber auch zwei verschiedene Funktionen.
Das ist etwas völlig anderes als zwei Produkte zu verwenden, nur weil irgendwo steht, dass man grundsätzlich beide braucht.
Was ist ein Multitasking-Spray?
Ein Multitasking-Produkt verbindet mehrere Funktionen innerhalb eines Produkts.
Das kann beispielsweise sein:
Pflege + Entwirrung + Glättung + Hitzeschutz.
Dadurch kann ein Multitasker besonders praktisch sein, wenn du deine Routine klein halten möchtest.
Das bedeutet aber nicht, dass jedes sogenannte „All-in-one“-Produkt automatisch für jeden Haartyp besser ist.
Ein stark pflegender Multitasker kann für sehr trockenes Haar perfekt passen.
Für feines Haar kann wiederum eine leichte Formulierung wichtiger sein.
Deshalb schauen wir nicht nur darauf, wie viele Funktionen auf der Flasche stehen, sondern ob diese Funktionen zu deinem Haar passen.
Wann reicht ein Multitasking-Spray allein?
Nehmen wir das Paul Mitchell 15-in-1 Spray als Beispiel.
Wenn du nach dem Waschen:
- zusätzliche Leave-in-Pflege möchtest,
- deine Haare leichter kämmbar machen möchtest,
- anschließend föhnst
- und der ausgewiesene Hitzeschutz des Produkts zu deiner Anwendung passt,
kann ein einziges Produkt mehrere dieser Schritte übernehmen.
Du brauchst dann nicht automatisch:
ein Leave-in plus einen zweiten Pflege-Spray plus einen zusätzlichen Föhn-Hitzeschutz.
Genau darin liegt der Sinn eines guten Multitaskers.
Nicht darin, möglichst viele Marketingversprechen auf eine Flasche zu schreiben.
Sondern darin, mehrere tatsächlich benötigte Funktionen sinnvoll zusammenzufassen.
Aber was ist mit Glätteisen und Lockenstab?
Hier müssen wir genauer hinschauen.
Denn jetzt findet die Hitze nicht mehr beim Föhnen auf dem feuchten Haar statt.
Du arbeitest mit einem heißen Tool auf trockenem Haar.
Das bedeutet:
Prüfe, ob dein verwendeter Hitzeschutz ausdrücklich für diese Anwendung vorgesehen ist.
Ein Produkt, das ausschließlich als Pflege im feuchten Haar verwendet wird, ist nicht automatisch dafür gedacht, später noch einmal auf trockenem Haar vor dem Lockenstab eingesetzt zu werden.
Genau deshalb unterscheiden wir zwischen:
Hitzeschutz beim Föhnen
und
Hitzeschutz vor heißen Tools auf trockenem Haar.
Wann ist Hot Off The Press sinnvoll?
Paul Mitchell Hot Off The Press gehört bei uns in genau diese zweite Kategorie.
Das Produkt wird auf trockenem Haar vor dem Styling mit Glätteisen oder Lockenstab eingesetzt.
Dadurch besitzt es eine andere Rolle als ein klassisches Leave-in nach der Haarwäsche.
Ein praktisches Beispiel:
Du wäschst deine Haare.
→ Leave-in beziehungsweise Multitasker ins feuchte Haar
→ Haare föhnen
→ Haare vollständig trocken
→ später Glätteisen oder Lockenstab
Dann kann ein speziell für das trockene Hot-Tool-Styling vorgesehenes Produkt an dieser Stelle eine eigene Funktion haben.
Brauche ich also 15-in-1 UND Hot Off The Press?
Nicht automatisch.
Das hängt davon ab, wie du stylst und welche Anwendung dein jeweiliges Produkt abdeckt.
Fall 1: Du wäschst und föhnst nur
Dann kann ein Leave-in mit passend ausgewiesenem Hitzeschutz bereits alles abdecken, was du benötigst.
Zum Beispiel:
Fall 2: Du föhnst und arbeitest anschließend regelmäßig mit Glätteisen oder Lockenstab
Dann prüfst du, ob dein vorhandenes Produkt ausdrücklich auch für diese konkrete Anwendung vorgesehen ist.
Wenn du für das trockene Haar vor dem Hot Tool einen separaten Schutz verwenden möchtest beziehungsweise benötigst, ist Hot Off The Press dafür gedacht.
Fall 3: Du benutzt gar keine Hitze
Dann brauchst du keinen Hitzeschutz nur deshalb, weil Hitzeschutz in irgendeiner 10-Schritte-Haarpflegeroutine auftaucht.
Wenn du Leave-in-Pflege brauchst, kannst du ein Leave-in verwenden.
Wenn nicht, ist auch dieser Schritt nicht zwingend notwendig.
Leave-in ohne Hitze – ist das überhaupt sinnvoll?
Natürlich.
Leave-in ist keine reine Vorbereitung auf Hitze.
Gerade bei:
- trockenen Haaren,
- längeren Haaren,
- blondierten Längen,
- stärkerer Verknotung,
- Frizz,
- Extensions oder
- beanspruchten Spitzen
kann Leave-in-Pflege auch dann sinnvoll sein, wenn die Haare anschließend komplett lufttrocknen.
Der Grund dafür ist die Pflegefunktion, nicht die Hitze.
Hitzeschutz ohne Leave-in – geht das?
Ja.
Wenn dein Haar keine zusätzliche Leave-in-Pflege benötigt, du aber regelmäßig föhnst beziehungsweise mit einem heißen Stylingtool arbeitest, kannst du auch nur einen passenden Hitzeschutz einsetzen.
Ein Leave-in ist nicht automatisch Voraussetzung dafür, dass ein Hitzeschutz funktioniert.
Auch hier gilt wieder:
Benötigte Funktion statt vorgegebener Produktschritt.
Welche Kombination eignet sich bei feinem Haar?
Bei feinem Haar versuchen wir besonders darauf zu achten, nicht unnötig viele Produkte übereinander zu schichten.
Denn zu große Mengen beziehungsweise zu viele reichhaltige Leave-on-Produkte können dazu führen, dass feines Haar schneller:
- platt,
- strähnig,
- schwer
- oder fettig wirkend
aussieht.
Deshalb kann bei feinem Haar ein gut passender Multitasker besonders praktisch sein.
Wenn ein einziges Produkt:
leichte Pflege + bessere Kämmbarkeit + passenden Hitzeschutz
abdeckt, musst du nicht automatisch drei Einzelprodukte verwenden.
Unser Paul Mitchell 15-in-1 Spray ist deshalb gerade als solcher Kombinationsschritt interessant.
Wichtig bleibt trotzdem die Menge.
Auch ein leichtes Leave-in kann bei zu großer Dosierung zu viel sein.
Wenn du zusätzlich Probleme mit fehlendem Volumen hast, lies auch unseren Ratgeber Feines Haar richtig pflegen & stylen – mehr Volumen ohne Beschweren.
Und bei trockenem oder geschädigtem Haar?
Hier kann ein zusätzlicher Leave-in-Schritt deutlich sinnvoller sein.
Denn Hitzeschutz und Pflege beantworten zwei unterschiedliche Fragen:
Wie schütze ich mein Haar bei Hitze?
und:
Brauchen meine Längen zusätzliche Pflege und Kämmbarkeit?
Wenn dein Hitzeschutz gleichzeitig ausreichend Leave-in-Pflege für deine Haare bietet, wunderbar.
Wenn nicht, können zwei Produkte sinnvoll sein.
Beispielsweise:
Pflegendes Leave-in → geeigneter Hitzeschutz
Die richtige Lösung ist also nicht:
„Trockenes Haar braucht immer zwei Produkte.“
Sondern:
Trockenes Haar kann mehr Pflege brauchen – und der Hitzeschutz muss trotzdem passend zur Stylingart gewählt werden.
Was ist bei blondiertem Haar wichtig?
Blondiertes Haar kann durch die chemische Behandlung stärker beansprucht sein und deshalb häufiger zusätzliche Pflege benötigen.
Hier wäre es besonders wenig sinnvoll, notwendige Leave-in-Pflege wegzulassen, nur weil bereits irgendein Hitzeschutz vorhanden ist.
Andererseits musst du auch bei blondiertem Haar nicht automatisch fünf Schutzprodukte übereinandergeben.
Ein gut ausgewählter Multitasker kann gerade hier praktisch sein.
Wenn dein Haar weitere Repair-Pflege benötigt, kannst du über unseren Haarpflege-Finder „Blondiert“ mit deinem zusätzlichen Haarbedürfnis kombinieren.
Was ist mit Haaröl – zählt das als Hitzeschutz?
Nicht automatisch.
Das ist ein besonders häufiger Fehler.
Nur weil ein Haaröl:
- Glanz gibt,
- Spitzen geschmeidiger macht,
- Frizz reduziert oder
- das Haar glatter aussehen lässt,
heißt das nicht automatisch, dass es auch ein Hitzeschutzprodukt ist.
Auch hier muss die konkrete Schutzfunktion ausgewiesen sein.
Du solltest also niemals einfach davon ausgehen:
„Ich habe Öl im Haar, also kann ich jetzt mit dem Glätteisen darüber.“
Ein Pflege- beziehungsweise Finishöl und ein für Hitze entwickeltes Produkt können vollkommen unterschiedliche Aufgaben haben.
Kann man zu viel Hitzeschutz verwenden?
Vor allem kann man zu viele Produkte mit ähnlichen Funktionen verwenden.
Wenn du bereits einen Leave-in mit ausgewiesenem Hitzeschutz verwendet hast und anschließend noch zwei weitere Hitzeschutzsprays aufträgst, entsteht nicht automatisch dreifacher Schutz.
Dafür kann die Produktmenge auf dem Haar deutlich steigen.
Das kann insbesondere bei feinem Haar das Styling erschweren.
Deshalb ist unsere Regel:
Nicht Hitzeschutz sammeln – Anwendung und Funktion prüfen.
Muss ich Hitzeschutz nach dem Föhnen erneut auftragen?
Auch darauf gibt es keine universelle Ja-oder-Nein-Regel.
Es hängt vom konkreten Produkt ab.
Manche Hitzeschutzprodukte sind für eine bestimmte Anwendung auf feuchtem Haar gedacht.
Andere werden auf trockenem Haar vor einem Glätteisen oder Lockenstab verwendet.
Und wieder andere Hersteller geben ausdrücklich an, ihr Produkt vor unterschiedlichen Hitzeanwendungen erneut aufzutragen.
Deshalb würden wir nicht pauschal sagen:
„Nach jedem Föhnen immer neu sprühen.“
Sondern:
Folge der Anwendung deines konkreten Hitzeschutzprodukts.
Wenn du deine Haare nach dem Föhnen mit einem heißen Tool weiterstylst, muss dein Schutz für genau diesen nächsten Stylingvorgang geeignet sein.
Warum die Temperaturangabe allein nicht das „beste“ Produkt bestimmt
Auf Hitzeschutzprodukten findest du häufig Angaben wie:
bis 200 °C,
bis 220 °C,
bis 230 °C.
Das ist wichtige Produktinformation.
Aber daraus kannst du nicht automatisch ableiten:
„230 °C = besser als 220 °C.“
Denn das passende Produkt hängt zusätzlich davon ab:
- ob du es auf feuchtem oder trockenem Haar verwendest,
- welche Pflege dein Haar benötigt,
- welche Stylingtools du benutzt,
- welche Textur das Produkt besitzt,
- ob dein Haar fein oder kräftig ist,
- und welche anderen Produkte bereits in deiner Routine stecken.
Eine hohe Temperaturangabe macht aus einem Produkt nicht automatisch den perfekten Leave-in für jedes Haar.
Kann ich anhand der Inhaltsstoffe erkennen, ob ein Produkt Hitzeschutz ist?
Nicht zuverlässig genug, um daraus als Kundin einfach eine Ja-Nein-Entscheidung abzuleiten.
Es gibt Inhaltsstoffe und Filmbildner, die innerhalb einer Formulierung bei thermischem Styling eine Rolle spielen können.
Aber:
Ein einzelner INCI auf der Rückseite macht ein Produkt nicht automatisch zu einem geprüften beziehungsweise ausgewiesenen Hitzeschutz.
Deshalb verlassen wir uns bei dieser Frage lieber auf die konkrete Produktfunktion und Anwendung des Herstellers.
Wenn „Heat Protectant“ beziehungsweise Hitzeschutz nicht angegeben ist, würden wir die Funktion nicht einfach hineininterpretieren.
Vier einfache Routinen
1. Du lässt deine Haare lufttrocknen
Wenn dein Haar zusätzliche Pflege benötigt:
Conditioner/Maske → Leave-in → lufttrocknen
Kein Hitzeschutz nur aus Gewohnheit nötig.
2. Du föhnst deine Haare
Wenn dein Leave-in bereits passenden Hitzeschutz bietet:
Conditioner/Maske → Multitasking-Leave-in → föhnen
Zum Beispiel mit dem Paul Mitchell 15-in-1 Spray.
3. Dein Leave-in hat keinen Hitzeschutz
Dann:
Conditioner/Maske → Leave-in → geeigneter Hitzeschutz → föhnen
Hier haben beide Produkte tatsächlich eine unterschiedliche Aufgabe.
4. Du föhnst und benutzt danach Glätteisen oder Lockenstab
Pflege/Leave-in → Föhnroutine → Haar vollständig trocknen → für trockenes Hot-Tool-Styling geeigneter Schutz → Glätteisen/Lockenstab
Dafür kannst du dir beispielsweise Paul Mitchell Hot Off The Press ansehen.
Was kommt zuerst: Leave-in oder Hitzeschutz?
Wenn du zwei getrennte Produkte verwendest, kommt deine Leave-in-Pflege normalerweise nach der ausgespülten Pflege ins feuchte beziehungsweise handtuchtrockene Haar.
Danach wird der Hitzeschutz so verwendet, wie es für das konkrete Produkt vorgesehen ist.
Wenn dein Leave-in bereits gleichzeitig der passende Hitzeschutz ist, gibt es keinen zusätzlichen zweiten Schritt.
Wenn dein Hitzeschutz erst auf trockenem Haar vor dem Glätteisen verwendet wird, kommt er natürlich erst später.
Die gesamte Haarpflege-Reihenfolge haben wir separat ausführlich erklärt:
Shampoo → Conditioner/Maske → Leave-in/Schutz → Styling
So vermeiden wir, dass aus diesem Artikel noch einmal derselbe große Haarpflege-Ratgeber wird.
Häufige Fehler bei Leave-in und Hitzeschutz
Fehler 1: „Leave-in = automatisch Hitzeschutz“
Nein.
Nur wenn der Hitzeschutz beim konkreten Produkt ausgewiesen ist.
Fehler 2: Alles doppelt verwenden
Pflege-Leave-in plus Multitasker plus Hitzeschutz plus Öl plus Serum ist nicht automatisch besser.
Fehler 3: Haaröl als Hitzeschutz betrachten
Nur wenn das konkrete Produkt dafür ausgewiesen ist.
Fehler 4: Hitzeschutz fürs feuchte Haar einfach auf trockenes Haar sprühen
Nicht jedes Produkt ist für beide Anwendungen gedacht.
Fehler 5: Nur auf die maximale Temperatur schauen
Die Produktauswahl muss auch zu Haar, Stylingart und Anwendung passen.
Fehler 6: Feines Haar überladen
Gerade hier kann ein sinnvoller Multitasker mehrere Einzelschritte ersetzen.
FAQ: Leave-in oder Hitzeschutz?
Ist Leave-in dasselbe wie Hitzeschutz?
Nein. Leave-in beschreibt zunächst eine Pflege, die im Haar bleibt. Ein Leave-in schützt nur dann zusätzlich vor Hitze, wenn das beim konkreten Produkt ausdrücklich vorgesehen ist.
Brauche ich Leave-in und Hitzeschutz?
Nur wenn du beide Funktionen brauchst und sie nicht bereits von einem Produkt abgedeckt werden.
Kann ein Leave-in Hitzeschutz ersetzen?
Ja, wenn das konkrete Leave-in einen passenden ausgewiesenen Hitzeschutz für deine Stylinganwendung besitzt.
Reicht ein Multitasking-Spray?
Wenn es deine benötigte Pflege und den passenden Hitzeschutz abdeckt, kann ein Multitasker vollkommen ausreichen.
Brauche ich Hitzeschutz, wenn ich meine Haare nur lufttrockne?
Für das Lufttrocknen selbst nicht. Ein Leave-in kann trotzdem aus Pflegegründen sinnvoll sein.
Muss Hitzeschutz vor dem Föhnen ins Haar?
Wenn du föhnst, sollte ein für diese Hitzeanwendung geeigneter Schutz entsprechend seiner Anwendung vor der Hitze eingesetzt werden.
Was benutze ich vor dem Glätteisen?
Ein Produkt, das ausdrücklich für die Anwendung vor Glätteisen beziehungsweise vergleichbaren heißen Stylingtools geeignet ist. Hot Off The Press ist beispielsweise für die Anwendung auf trockenem Haar vor Glätteisen oder Lockenstab vorgesehen.
Muss ich nach dem Föhnen erneut Hitzeschutz verwenden?
Das hängt vom verwendeten Produkt und dem nächsten Stylingvorgang ab. Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Prüfe die Anwendung des konkreten Produkts.
Ist 230 °C Hitzeschutz besser?
Nicht automatisch. Eine Temperaturangabe beschreibt eine Produktleistung, ersetzt aber nicht die Frage, ob das Produkt zu deinem Haar und deiner Anwendung passt.
Kann Haaröl Hitzeschutz ersetzen?
Nicht automatisch. Nur wenn das konkrete Öl ausdrücklich einen entsprechenden Hitzeschutz ausweist.
Was ist bei feinem Haar besser?
Oft ist eine kleine, leichte Routine sinnvoll. Ein Multitasking-Produkt kann helfen, mehrere unnötige Produktschichten zu vermeiden.
Unser Fazit: Zähle Funktionen – nicht Produkte
Du brauchst nicht automatisch:
Leave-in + Hitzeschutz + Multitasking-Spray.
Ein Multitasking-Spray ist schließlich gerade dafür gedacht, mehrere Funktionen miteinander zu verbinden.
Die Entscheidung ist eigentlich ganz einfach:
Braucht dein Haar zusätzliche Leave-in-Pflege?
Wenn ja: Leave-in.
Verwendest du Hitze?
Wenn ja: geeigneter Hitzeschutz.
Kann dein Leave-in bereits genau diesen Hitzeschutz übernehmen?
Dann kann ein Produkt ausreichen.
Stylst du später auf trockenem Haar mit Glätteisen oder Lockenstab?
Dann prüfst du, ob dein bestehender Schutz auch dafür vorgesehen ist – oder ob ein speziell für diesen Schritt entwickeltes Produkt sinnvoll ist.
Für einen unkomplizierten Multitasking-Schritt kannst du dir unser Paul Mitchell 15-in-1 Spray ansehen.
Für das Styling mit heißen Tools auf trockenem Haar findest du Paul Mitchell Hot Off The Press.
Wenn du noch überhaupt nicht weißt, welche Pflege zu deinem Haarzustand passt, starte mit unserem Haarpflege-Finder.
Und wenn du genau wissen möchtest, wie du Hitzeschutz bei Föhn, Glätteisen und Lockenstab richtig anwendest, findest du dazu unseren ausführlichen Salonratgeber Hitzeschutz für Haare richtig anwenden.
Denn die beste Routine ist nicht die mit den meisten Produkten.
Sondern die, in der jedes Produkt einen nachvollziehbaren Job hat.
Deine Lissi & Sophie
Lissi Weber – professionelle Haarpflege aus dem Friseursalon in Schweinfurt